Von jetzt ab sang Falkenberg nur noch in der Gesindestube oder im Freien, das Singen in der Küche hatte des Kapitäns wegen ganz aufgehört. Falkenberg grämte sich und sprach finstere Worte: Pfui Teufel, das Leben sei ekelhaft, und man könne sich ebensogut eines Tages aufhängen. Aber seine Verzweiflung dauerte nicht lange. Eines Sonntags ging er auf die beiden Höfe, wo er die Klaviere gestimmt hatte, und bat um Zeugnisse. Als er zurückkam, zeigte er mir die Papiere und sagte:

Die kann man gut gebrauchen, um sich durchzufressen, wenn’s einmal not tut.

Du willst dich also nicht mehr aufhängen?

Dazu hast du mehr Ursache als ich, erwiderte Falkenberg.

Aber auch ich war nicht mehr so verstimmt. Als der Kapitän etwas von meiner Maschine erfuhr, wünschte er sofort, mehr davon zu hören. Beim ersten Blick auf meine Entwürfe sah er, daß sie unvollkommen waren, da ich sie auf zu kleine Papierfetzen gezeichnet und nicht einmal einen Zirkel gehabt hatte; er lieh mir ein großes Reißzeug und lehrte mich einige Konstruktionsberechnungen. Auch der Kapitän fürchtete, meine Säge würde zu unhandlich werden. Aber machen Sie nur weiter, sagte er, zeichnen Sie jetzt alles nach einem bestimmten Maßstab auf, dann werden wir schon sehen.

Ich dachte mir jedoch, daß ein einigermaßen schön ausgeführtes Modell einen viel vollkommeneren Eindruck des Apparates geben würde. Und als ich mit der Zeichnung fertig war, begann ich ein Modell aus Holz herzustellen. Ich hatte keine Drehbank und mußte deshalb die beiden Walzen und mehrere Räder und Schrauben mit der Hand schnitzen. So beschäftigt war ich damit, daß ich am Sonntag die Mittagsglocke überhörte. Der Kapitän kam und rief mir zu: Es ist Mittagszeit! Als er sah, woran ich arbeitete, erbot er sich, noch morgen zum Schmied zu fahren und alles drehen zu lassen, was ich brauchte. Geben Sie mir nur die Maße an, sagte er. Brauchen Sie nicht auch noch Werkzeug? Schön, eine Spitzsäge, ein paar Bohrer, Schrauben, ein feines Stecheisen. Sonst nichts?

Er schrieb alles auf. Er war ein Arbeitgeber ohnegleichen.

Als ich am Abend gegessen hatte und mich in die Gesindestube hinüberbegab, rief mich die gnädige Frau. Sie stand unten im Hof im Schatten der Hauswand, trat aber dann ganz vor.

Es ist meinem Mann aufgefallen, daß — ja, daß Sie zu dünn gekleidet sind, sagte sie. Ich weiß nicht, ob — nehmen Sie dies hier!

Sie legte mir einen ganzen Anzug über den Arm.