Den Lukas .....

Ich machte die Pfeife fertig und ließ sie durch Emma dem Kapitän überbringen. Der Nagel war ganz natürlich geworden, und mit dem guten Werkzeug, das ich bekommen hatte, war es mir auch möglich gewesen, ihn in den Finger einzulassen und ihn an der Unterseite zu befestigen, ohne daß die beiden kleinen Kupfernägel zu sehen waren. Ich war zufrieden mit der Arbeit.

Als wir beim Abendessen saßen, kam der Kapitän mit der Pfeife in die Küche und bedankte sich bei mir. Gleichzeitig sah ich auch Falkenbergs Klugheit bekräftigt: kaum war der Kapitän herausgekommen, als seine Frau die Küche verließ.

Der Kapitän lobte mich wegen der Pfeife und fragte, wie ich den Nagel befestigt habe, er nannte mich einen Künstler und Meister. Die ganze Küche stand da und hörte zu. Und es hatte etwas zu bedeuten, wenn der Kapitän sagte, ich sei ein Meister. Ich glaube, in diesem Augenblick hätte ich Emma bekommen können.

In jener Nacht geschah es, daß ich das Gruseln lernte.

Die Leiche einer Frau kam zu mir herein, streckte ihre linke Hand vor und zeigte sie mir: am Daumen fehlte der Nagel. Ich schüttelte den Kopf, ich hätte einmal einen Nagel gehabt, hätte ihn aber weggeworfen und statt dessen eine Muschel genommen. Die Leiche blieb trotzdem stehen, und ich lag da und fror vor Furcht. Da stammelte ich, ich könne es leider nicht mehr ändern, sie solle in Gottes Namen ihres Weges gehen. Und Vater unser, der du bist im Himmel ..... Die Leiche kam auf mich zu, da hieb ich mit den Fäusten um mich und stieß einen eiskalten Schrei aus, gleichzeitig drückte ich Falkenberg platt an die Wand.

Was ist los? rief Falkenberg. In Jesu Namen —!

In Schweiß gebadet erwachte ich und schlug die Augen auf, ich lag da und sah mit offenen Augen die Leiche ganz langsam in der Dunkelheit des Zimmers verschwinden.

Die Leiche, stöhnte ich. Sie will ihren Nagel wieder haben. Falkenberg richtete sich steil vom Lager auf, hellwach, auch er.

Ich sah sie, sagte er.