Narbonne. Guten Morgen, lieber Selicour!
Selicour (zu Narbonne, Papiere übergebend). Hier überbringe ich den bewußten Aufsatz—ich hielt's für dienlich, ein paar Zeilen zur Erläuterung beizufügen.
Narbonne. Vortrefflich!
Selicour (der Madame ein Billet übergebend). Der gnädigen Frau habe ich für das neue Stück eine Loge besprochen.
Mad. Belmont. Allerliebst!
Selicour. Dem gnädigen Fräulein bring' ich diesen moralischen Roman.
Charlotte. Sie haben ihn doch gelesen, Herr Selicour?
Selicour. Das erste Bändchen, ja, hab' ich flüchtig durchgeblättert.
Charlotte. Nun, und—
Selicour. Sie werden eine rührende Scene darin finden.—Ein unglücklicher Vater—eine ausgeartete Tochter!—Eltern hilflos, im Stich gelassen von undankbaren Kindern!—Gräuel, die ich nicht fasse —davon ich mir keinen Begriff machen kann!—Denn wiegt wohl die ganze Dankbarkeit unsers Lebens die Sorgen auf, die sie unserer hilflosen Kindheit beweisen?