Narbonne. Es liegt mir sehr viel an dieser Unterredung.—Ich habe schon eine sehr gute Meinung von Ihnen, Herr Selicour, und bin gewiß, sie wird sich um ein Großes vermehren, ehe wir auseinander gehen. Zur Sache also, und die falsche Bescheidenheit bei Seite. Sie sollen in der Diplomatik und im Staatsrecht sehr bewandert sein, sagt man?
Selicour. Ich habe viel darin gearbeitet, und vielleicht nicht ganz ohne Frucht. Aber für sehr kundig möchte ich mich denn darum doch nicht—
Narbonne. Gut! Gut! Fürs erste also lassen Sie hören—Welches halten Sie für die ersten Erfordernisse zu einem guten Gesandten?
Selicour (stockend). Vor allen Dingen habe er eine Gewandtheit in
Geschäften.
Narbonne. Eine Gewandtheit, ja, aber die immer mit der strengsten
Redlichkeit bestehe.
Selicour. So mein' ich's.
Narbonne. Weiter.
Selicour. An dem fremden Hofe, wo er sich aufhält, suche er sich beliebt zu machen.
Narbonne. Ja! Aber ohne seiner Würde etwas zu vergeben. Er behaupte die Ehre des Staats, den er vorstellt, und erwerbe ihm Achtung durch sein Betragen.
Selicour. Das ist's, was ich sagen wollte. Er lasse sich nichts bieten und wisse sich ein Ansehen zu geben.—