Erster Auftritt.
La Roche und Karl Firmin begegnen einander.
La Roche. Ich suchte Sie schon längst.—Hören Sie!—Nun, ich hab'
Wort gehalten—ich hab' ihn dem Minister abgeschildert, diesen
Selicour.
Karl. Wirklich? Und es ist also vorbei mit ihm? Ganz vorbei?
La Roche. Das nun eben nicht!—noch nicht ganz—denn ich muß Ihnen sagen, er hat sich herausgelogen, daß ich da stand, wie ein rechter Dummkopf—Der Heuchler stellte sich gerührt, er spielte den zärtlichen Freund, den Großmüthigen mit mir, er überhäufte mich mit Freundschaftsversicherungen und will mich bei dem Bureau als Chef anstellen.
Karl. Wie? Was? Das ist ja ganz vortrefflich! Da wünsche ich
Glück.
La Roche. Für einen Glücksjäger hielt ich ihn; ich hatte geglaubt, daß es ihm nur um Stellen und um Geld zu thun wäre; für so falsch und verrätherisch hätte ich ihn nie gehalten. Der Heuchler mit seinem süßen Geschwätz! Ich war aber sein Narr nicht und hab' es rundweg ausgeschlagen!
Karl. Und so sind wir noch, wo wir waren? Und mein Vater ist nicht besser daran, als vorher?
La Roche. Wohl wahr—aber lassen Sie mich nur machen! Lassen Sie mich machen!
Karl. Ich bin auch nicht weiter. In den Garten hab' ich mich geschlichen, ob ich dort vielleicht meiner Geliebten begegnen möchte. —Aber vergebens! Einige Strophen, die ich mir in der Einsamkeit ausdachte, sind die ganze Ausbeute, die ich zurückbringe.