Selicour. Der ganze Stolz eines echten Musensohns! Nichts von
Lobsprüchen also—aber so etwas von Liebe—Zärtlichkeit—
Empfindung—

Karl (sieht sein Papier an). Konnte ich denken, da ich sie niederschrieb, daß ich so bald Gelegenheit haben würde?

Selicour. Was? Wie? Das sind doch nicht gar Verse—

Karl. O verzeihen Sie! Eine sehr schwache Arbeit—

Selicour. Ei was! Mein Gott! Da hätten wir ja gerade, was wir brauchen!—Her damit, geschwind!—Sie sollen bald die Wirkung davon erfahren—Es braucht auch gerade keine Romanze zu sein—diese Kleinigkeiten—diese artigen Spielereien thun oft mehr, als man glaubt—dadurch gewinnt man die Frauen, und die Frauen machen alles. —Geben Sie! Geben Sie!—Wie! Sie stehen an? Nun, wie Sie wollen! Ich wollte Ihnen nützlich sein—Sie bekannt machen—Sie wollen nicht bekannt sein—Behalten Sie Ihre Verse! Es ist Ihr Vortheil, nicht der meine, den ich dabei beabsichtete.

Karl. Wenn nur—

Selicour. Wenn Sie sich zieren—

Karl. Ich weiß aber nicht—

Selicour (reißt ihm das Papier aus der Hand). Sie sind ein Kind!
Geben Sie! Ich will Ihnen wider Ihren Willen dienen—Ihr Vater
selbst soll Ihrem Talente bald Gerechtigkeit erzeigen. Da kommt er!
(Er steckt das Papier in die rechte Tasche.)

Sechster Auftritt.