(Firmin tritt zum Minister und liest über seine linke Schulter.)

Mad. Belmont. Ganz göttlich!

Selicour (zu Narbonne tretend). Ich habe aber freilich dem Herrn Firmin viel, sehr, sehr viel dabei zu danken. (Tritt wieder auf die andere Seite zwischen Karl Firmin und Madame Belmont, doch ohne die andere Gruppe aus den Augen zu verlieren.)

Charlotte (singt wieder).

"Was kann mir die Freude frommen,
"Die der schöne Lenz mir beut?
"Eine nur ist's, die ich suche,
"Sie ist nah und ewig weit.
"Sehnend breit ich meine Arme,
"Nach dem theuren Schattenbild;
"Ach, ich kann es nicht erreichen,
"Und das Herz bleibt ungestillt!
"Komm herab, du schöne Holde,
"Und verlaß dein stolzes Schloß!
"Blumen, die der Lenz geboren,
"Streu' ich dir in deinen Schooß.
"Horch, der Hain erschallt von Liedern
"Und die Quelle rieselt klar!
"Raum ist in der kleinsten Hütte
"Für ein glücklich liebend Paar."

Mad. Belmont. Wie rührend der Schluß ist!—Das liebe Kind ist ganz davon bewegt worden.

Charlotte. Ja, es mag es gemacht haben, wer will, es ist aus einem
Herzen geflossen, das die Liebe kennt!

Selicour (verneigt sich gegen Charlotten). Dies ist ein schmeichelhaftes Lob.

Karl. Was? Er bedankt sich—

Selicour (schnell zu Karl Firmin sich umdrehend). Nicht wahr, lieber
Freund?