Selicour (bei Seite). Er ist allein! Jetzt kann ich's anbringen!— Wenn ich jetzt nicht eile, mich ihm nothwendig zu machen, so setzt dieser Firmin sich in seine Gunst.—Hab' ich einmal sein Geheimniß, so ist er ganz in meinen Händen.
Narbonne. Ich denke eben daran, lieber Selicour, was man im Ministerium zu Ihrem Aufsatz sagen wird—Ich hab' ihn sogleich abgehen lassen, er wird diesen Augenblick gelesen, und ich zweifle nicht, er wird den vollkommensten Beifall haben.
Selicour. Wenn er den Ihrigen hat, so sind alle meine Wünsche befriedigt. (Für sich). Wie leit' ich's nur ein?—Wagen kann ich dabei nichts, denn die Sache ist richtig. Ich will nur gerade zugehen—
Narbonne. Sie scheinen in Gedanken, lieber Selicour!
Selicour. Ja—ich—ich denke nach, welche boshafte Auslegungen doch die Verleumdung den unschuldigsten Dingen zu geben im Stand ist!
Narbonne. Was meinen Sie damit?
Selicour. Es muß heraus—ich darf es nicht länger bei mir behalten —Böse Zungen haben sich Angriffe gegen Sie erlaubt—Es hat verlauten wollen—Ich bitte—beantworten Sie mir ein paar Fragen, und verzeihen Sie der besorgten Freundschaft, wenn ich unbescheiden scheine.
Narbonne. Fragen Sie! Ich will alles beantworten.
Selicour. Wenn ich Ihrem Kammerdiener glauben darf, so suchen Sie ein Quartier in der Vorstadt?
Narbonne. Weil Sie es denn wissen—ja.