Eines Tages erfuhren wir, daß mein Gatte in der Kreisirrenanstalt untergebracht worden sei, da eine Geisteskrankheit ihm dauernd das Licht des Verstandes genommen hatte.
Nach einem Monate solch jammervollen Lebens war auch die Gesundheit meiner Kinder dahin. Hustend und weinend hingen sie an mir, während Fieberschauer mich schüttelten.
Oft war die Versuchung in mir aufgestiegen, dem Leben ein Ende zu machen; oft hatte ich am Abend den Hahn der Gasleitung zwischen den Fingern; doch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft ließ mich das nicht vollbringen, was die Verzweiflung mir eingab.
Mitleidige Menschen machten endlich den Armenrat des Bezirks auf mein Elend aufmerksam, worauf die Gemeinde für uns sorgte, indem sie die Kinder einer Anstalt übergab, während ich im Krankenhaus Erlösung aus aller Trübsal erhoffte.
Doch das Leben hielt mich fest und suchte mir zu zeigen, daß ich nicht das sei, wofür ich mich so oft gehalten, eine Überflüssige.
Umschlag- und Einbandzeichnung von Alphons Woelfle
Druck von Hesse & Becker in Leipzig
Papier von Bohnenberger & Cie., Papierfabrik, Niesern bei Pforzheim
Einbände von E. A. Enders. Großbuchbinderei, Leipzig
Anmerkungen zur Transkription
Am Ende von [Seite 119] heißt es: „... [von einer meiner Basen,] ...“, aber wäre dem Kontext nach logischer: „... von einer seiner Basen, ...“ Dies wurde wie im Original belassen.
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Sonstige Korrekturen (vorher/nachher):