Ich erwiderte, nachdem ich sie begrüßt, ziemlich schüchtern: „I bin scho neunzehn Jahr alt!“ worauf sie mich fragte, ob ich denn auch kochen könne. Da bekam ich auf einmal Schneid und sagte frisch: „Dös moan i! I hab dahoam scho dö ganze Wirtschaft g’führt und mir ham koa schlechts G’schäft! Bloß mit dö Mehlspeisn hats was; dö gibt’s bei uns ’s ganz Jahr net!“

Lachend meinte die Frau: „Dös kriagn ma scho no; bloß a Schneid braucht’s und an guatn Willn.“

Ich versprach ihr, daß ich ihr keine Schande machen wolle, und fragte, wann ich schon eintreten könne. Sie sagte: „Glei morgn können S’ kommen; lassen S’ ma Eahna Adreß da, der Knecht fahrt morgen so in d’Stadt nauf am Markt; der kann glei Eahnan Koffer mitnehmen.“

Dann gab sie mir noch einen Taler als „Drangeld“, womit sie mich fest zum Antritt meiner Stelle verpflichtete.

„Gnä Frau,“ sagte ich noch, ehe ich ging, „kann i vielleicht glei was b’sorgn, eh i morgn aus der Stadt geh? I kannt’s leicht mitnehmen.“ Doch sie verneinte und sagte: „Dös g’fallt ma, daß S’ Eahna so onehma; aber bei uns fahrt alle Tag oans nauf zum Einkaufn und B’stelln. Trinkn S’ jatz no g’schwind a Tass’ Kaffee!“

Nun bekam ich eine große Tasse voll und einen Krapfen, wobei die Frau meinte: „Probiern S’ unsere Krapfen, die müssen S’ z’erscht ferti bringa!“

Ich fand alles recht gut und ging frohen Herzens heim zu meiner Base und berichtete ihr alles, worauf sie mich ermahnte, ich solle mich recht gut halten, daß ich meiner Mutter zeigen könne, wie andere Leute mit mir zufrieden wären.

Andern Tags am frühen Morgen machte ich mich auf den Weg. Ich war guten Muts und sang laut, als ich durch den Englischen Garten schritt; denn ich hatte von der Endstation der Trambahn aus noch fast eine Stunde zu gehen.

Als ich auf den Hof kam, schlug es neun Uhr, und der Obermüller und die Mühlknechte machten grad Brotzeit und holten sich ihr Bier.

Mit einem lauten: „Grüaß Gott! Jatz bin i da!“ trat ich in die Küche, wo es schon überall dampfte und brodelte. Die Frau war noch nicht auf, und so wies mir die erste Köchin meine Kammer zum Schlafen an. Rasch nahm ich mein Hütlein ab, zog mein Mäntelchen aus, tat eine schöne weiße Schürze um und ging wieder hinunter.