RAINER:
Dies ist und kann ja schließlich auch nur dein Interesse an dieser ganzen Angelegenheit sein. Mehr wolltest du doch nicht erfahren?! — Ich ziehe mich vom öffentlichen Leben zurück. (In der Stellung eines Redners.) Die Begeisterung für meine Utopie wird dir die Kraft geben, das Volk allein jenen Hochzielen zuzuführen, die wir gemeinsam allen guten Europäern gesteckt haben.
GONN (nach kurzer Pause):
Und warum das alles?
RAINER:
Ich fühle mich nicht mehr berechtigt, als Pfeil auf einem Bogen zu liegen, den andere spannen — Bist du nun zufrieden?
GONN:
Du glaubst, daß ich an deinem Verhältnis zu Yges und Jeanne nur beteiligt bin, weil ich Interessengemeinschaft mit dir habe — auch das, aber nicht nur! Ich bin das Risiko, mich mit dir zu entzweien, nur eingegangen, weil die Chancen, dich zu gewinnen, günstiger waren. — Wenn du dich doch entschließen könntest, politisch zu leben und nicht nur Politik zu treiben. Die Formen des Lebens sind andere als die der Literatur. Abrechnungen, wie du sie mit Yges planst, sind gut, aber nicht erlaubt. Ihr Wert ist höchstens eine Wollust im Sieg — und über wen? Über eine Nebenperson des Alltagsdramas. (Rainer schweigt.) Wenn dir der Mut fehlt, solltest du wenigstens soviel Ehrlichkeit besitzen und zugeben, daß du ihn verachtest.
RAINER:
Wäre ich dann hier?