GONN:
Lüge! Daß seine Überzeugung ehrlich ist, ist Voraussetzung. Auf den Wert kommt es an. Aber du willst seine Minderwertigkeit wieder einmal entschuldigen. Ich verstehe.
RAINER:
Ich will nichts anderes als die Taktik beibehalten und ihm zeigen, daß meine Achtung vor ihm —
GONN:
Lüge!
RAINER:
— so stark bleibt, daß sie mich hemmt, eine Politik der Nadelstiche gegen ihn zu treiben. Ich liebe Jeanne, aber ich betrüge ihn nicht — wie ich es auch nicht zur Zeit unserer Freundschaft getan habe. Würde ich es jetzt tun, so wäre das nur ein Beweis der unanständigsten Gesinnung, denn damals habe ich sie auch geliebt und mich trotzdem bezwungen. Ich habe ihm gestattet, mich zu verachten und an meinem Willen und Wort zu zweifeln, wenn ich jemals Jeanne gegenüber seine persönlichen Rechte weniger respektieren sollte, als zu der Zeit, wo es noch in meinem Interesse lag, es zu tun.
GONN:
Die Rede ist besser als ihr Zweck.