Herr Skuludis blickte ihn in höchstem Grade befremdet an.

»Ich meine, daß wir unser kleines Geschäft vorher in Ordnung bringen sollten,« wiederholte Demba.

Das Wort »Geschäft« besaß für Herrn Skuludis einen anheimelnden Klang. Er faßte sein Gegenüber genauer ins Auge.

»Darf ich fragen, für welche meiner mannigfaltigen Unternehmungen Sie Interesse haben?« fragte er.

»Das werden Sie gleich hören,« sagte Demba. »Bis hieher bin ich Ihnen nachgegangen. Erst hier war es mir möglich, Sie unauffällig und unter vier Augen zu sprechen.«

»Unauffällig« und »unter vier Augen« – diese beiden Worte machten auf Herrn Skuludis einen guten Eindruck. Sie legitimierten sein Gegenüber als einen Mann von Diskretion, und Diskretion ging Herrn Skuludis über alles – das lag im Wesen seines Berufes begründet.

»Sie waren vor einer Stunde etwa in der Praterstraße?« fragte Demba.

»Ach so,« sagte Skuludis und nickte mit dem Kopf. Jetzt ging ihm ein Licht auf.

Vor einer Stunde hatte er in der Praterstraße eine Unterredung sehr delikater Natur mit einem befreundeten Juwelenhändler gehabt, dem er Schmuckstücke jener Art, die man nur ungern dem grellen Licht des Tages aussetzt, zum Kaufe angeboten hatte. Die Verhandlungen hatten sich jedoch unglücklicherweise zerschlagen, und Skuludis hatte sich entfernt, nicht ohne bittere Worte über den Eigennutz und die Gewinnsucht des Händlers fallen zu lassen. Und es stellte sich nun heraus, daß der Mann einen seiner Angestellten mit der Aufgabe betraut hatte, ihn nicht aus den Augen zu verlieren, und die Verbindung bei Gelegenheit von neuem anzuknüpfen.

»Sie sind von allem unterrichtet?« fragte Herr Skuludis.