»Nein!« brüllte Demba und sah den Mediziner hilfeflehend an.
»So,« sagte da Dr. Rübsam. »Sie wollen nicht. Dann weiß ich, was ich zu tun habe.«
Er drehte Demba den Rücken und näherte sich dem Tisch.
»Ich werde mich nicht streiten,« sagte er ganz ruhig. »Wozu?«
Und mit einem plötzlichen Griff hatte er sich des Geldes, das auf dem Tisch lag, versichert.
Demba wurde aschfahl, als er sein Geld in Dr. Rübsams Händen sah. Die Wut der Verzweiflung kam mit einem Mal über ihn. Nein. Es durfte nicht sein! Es konnte nicht sein, daß der Mensch dort das Geld behielt. Jetzt – sich auf ihn stürzen, die Hände frei bekommen, ihm das Geld entreißen! Die Ketten mußten zerrissen werden! Auch Eisen ist nicht unbezwingbar, auch Stahl kann brechen. Und mit einer gewaltigen Anstrengung rebellierte er gegen seine Ketten, die Muskeln dehnten sich, die Adern schwollen, in höchster Not wurden seine Hände zu zwei Giganten, die sich empörten, die Kette knirschte –
Das Eisen hielt.
»Ich muß doch meine Uhr wiederbekommen. Helf', was helfen kann,« sagte Dr. Rübsam und schob mit nicht ganz reinem Gewissen Dembas Geld in seine Tasche. »Ich kann nicht anders. Not bricht Eisen.«
16
Und nun stand Demba auf der Straße, genarrt, gestrandet, um das Geld geprellt und um die letzte Hoffnung betrogen.