»Aber ich muß sie doch vorher sehen, Stanie, wenn ich dir helfen soll.«
Stanislaus Demba spähte unruhig nach der Tür.
»Es wird jemand kommen.«
»Nein. Jetzt essen sie noch,« sagte Steffi Prokop. »Erst wenn sie mit dem Essen fertig sind, kommt der Vater herein und legt sich aufs Sofa. Laß doch sehen.«
Stanislaus Demba brachte langsam und zögernd die Hände unter der Pelerine hervor.
»Im Grunde ist's mir gleichgültig, ob du mich für einen Verbrecher hältst oder nicht. Ich erkenne nur mich selbst als Richter über mich an,« sagte er und sah Steffi Prokop mit einem ängstlichen Blick an, der seine selbstsicheren Worte Lügen strafte.
»So sehen Handschellen aus!« sagte Steffi Prokop leise.
»Hast du dir sie anders vorgestellt?« fragte Demba und verbarg die Hände eilig wieder unter dem Mantel. »Zwei Stahlspangen und eine dünne Kette. Handschellen! Das klingt ganz anders, als es aussieht. So harmlos. Ich habe immer, wenn ich das Wort hörte, an eine Schlittenfahrt im Winter gedacht oder an das Kleid eines Hofnarren. Es klingt hübsch: Handschellen. Und ist doch ärger, als wenn ich den Aussatz des Feldherrn Abner an den Händen hätt'.«
»Es ist eine ganz dünne Kette,« stellte Steffi Prokop fest. »Es kann doch nicht schwer sein, die durchzufeilen.« Sie stand auf. »Vater hat einen Werkzeugkorb. Wart' ein bißchen, ich geh eine Feile holen.«
Sie kam mit zwei Feilen zurück, einer größeren und einer kleineren. »Jetzt mußt du die Kette so straff halten, als du kannst. So ist's gut. Jetzt, rasch.« Sie begann, die Stahlkette mit der Feile zu bearbeiten.