„Und dann?“ fragte der Schreiber und zog lächelnd die Augenbrauen in die Höhe.

„Dann! Was heißt das — dann?“ rief der bleiche Kapitän. „Dann machen wir eben ein Segelschiff los und segeln ganz ruhig über den großen Teich.“

„Segelschiff los? Und die Matrosen, die darauf schlafen, und die Wachen? He? Vielleicht steht sogar der Kapitän selbst die ganze Nacht am Steuer und blickt hinaus aufs Meer, damit sein Schiff nicht gekapert wird. Diese Sachen hab ich schon oft genug gelesen.“

Winnetou hielt seine Hand in die Flammen und blickte, die Zähne zusammengebissen, über die Räuber weg. Langsam zog er die geschwärzte Hand zurück.

„Das werden wir schon sehen. Wir sind zwölf Männer“, rief verächtlich der Hauptmann. „Oder weißt du nicht, Schreiber, was ein Enterhaken ist? Das — mein Lieber, das geht im Handumdrehen.“

Winnetou hielt die schmerzende Hand senkrecht. „Die Hauptsache ist, daß sich in einer einzigen Nacht in allen Urwäldern und Prärien des wilden Westens bei absolut allen Indianerstämmen die Schreckensbotschaft verbreitet, aber wie ein Lauffeuer, daß wir angekommen sind . . . Auf unsere ersten Taten kommt’s an. Die müssen gewaltig sein und furchtbar.“

„Die Weiber werden natürlich verschont“, schloß der bleiche Kapitän und stülpte die Negerlippen nach außen.

„Immer werden die Weiber verschont. Unsere Kontoristin darf auch immer eine halbe Stunde früher fortgehn“, sagte der Schreiber. „Gestern hab ich zum erstenmal Diktat schreiben dürfen. Das macht gewöhnlich nur unser Bureauvorsteher.“

„Gott, Diktaaat . . . Beim Lumpenhändler Ei gibt’s kolossale alte Revolver. Die können wir drüben gut brauchen.“

„Meinst, daß man davon ein paar aushängen kann?“