Die Räuber blieben beim Wachtposten unter der Laterne stehen. Eine Kirchenuhr schlug. Oldshatterhand konnte alle Räuber erkennen und hörte den Wachtposten dunkel sprechen.
Fräulein Schlauch, des Schreibers Liebste, und ein blondes, schmales Mädchen trennten sich von der Gruppe, sprangen plötzlich, Hand in Hand, auf Oldshatterhands Baumstamm zu und setzten sich in der Nähe auf den Rasen.
Die Räuber folgten langsam. Falkenauge hatte eine komische Tabakspfeife zwischen den Zähnen. Sie ging erst lang wagerecht vor, dann rechtwinklig nach unten. Die glühende Asche schien in der Luft zu hängen. Der bleiche Kapitän stand drei Schritte von Oldshatterhand entfernt. Die andern hatten sich zu den Mädchen gesetzt.
„Also, was gilt jetzt die Wett, daß ich über den Graben spring? Gleich beim erstenmal.“
„Hohaho! Eine Maß.“
„Auf Ehr?“
„Allemal!“
„Also, ihr seid Zeugen.“
Oldshatterhand blickte auf Falkenauges rechtwinklige Pfeife, dachte an den Meterstab des Gerichtspsychiaters und schluchzte nach innen. Den Mund gehetzt offen, glaubte er zu fühlen, wie die heißen Tränentropfen sein Herz trafen.
Falkenauge spuckte aus, putzte mit seinem Taschentuch den Messingbeschlag und strengte sich an, die schwere Pfeife wieder richtig zwischen die Zähne zu bekommen, damit er sie halten konnte.