Der Dichter war wieder weit weg mit seinen Gedanken, so daß er eine Weile nicht antwortete und nur den Schluß seiner Gedankenreihe aussprach: „Nein, denn die Hauptsache bei jedem Verbrechen sind immer die Ursachen.“
„Schließlich — wir sind doch Männer —, was solls denn sonst gewesen sein? Was hat er Ihnen denn getan?“ Der Richter stieß die Hände beteuernd vor.
„Getan? . . . hat er mir nichts . . . anderes, als was die meisten Menschen, die meisten Erwachsenen den Kindern antun.“
„Na also! Nichts hat er Ihnen getan. Jetzt sind Sie wenigstens vernünftig.“
„Er hat mich ruiniert.“
Des Richters Kopf zuckte in die Höhe. „Ja aber wodurch denn!“
„Das habe ich Ihnen schon gesagt.“
„Na?“
„Weil er mich damals nicht mit in die Wirtschaft gehen ließ.“
„Glauben Sie, ich sitze hier, um mich von Ihnen zum Narren machen zu lassen!“ brach die Empörung aus dem Richter hervor. Seine Hand fuhr zum Herzen. „Acht Jahre waren Sie damals alt! wie? . . . Und als einunddreißigjähriger Mann gehen Sie hin und ermorden Ihren Lehrer, weil er Ihnen, als Sie ein Kind waren, eine kleine Strafe auferlegt hat . . . Unsinn, was?“