Keine Sorge! beruhigte ich ihn. Gott ruft manchmal vom Himmel, ja er langt auch hinunter, oder haucht nur. Und sein Hauch macht lebendig, und ein Wind macht den Himmel schön! So schieden wir, während er mich groß ansah, weil ich noch gesagt: mich verlangt recht heim — nach Deutschland.
In meinem Zimmer drückte ich im Gefühl meines Glückes mein Häschen an’s Herz. Auch sie fing sich an zu beklagen — und wir reisten langsam nach Hause und kehrten gesund zu meiner rechtschaffenen Mutter zurück.
Doch was geschah? — Nach mehren Tagen besucht mich Freund von Rizzi; jetzt auch noch durch einen Orden geehrt. Wir fahren hinüber zu den Schwestern, und Wer steht da? mitten unter den Töchtern und Söhnen? —: der Vater! Heiligenhahn! wie er leibt und lebt!
... Ein Vater ist ein Sclave seiner Kinder; rief er mir zu — aber ein glücklicher; denn er ist wie das Kind vom Hause! wie in der Türkei.
Und Herr von Rizzi sprach: „Ich sagte gleich, der kommt wieder! In der Türkei, zur Pestzeit, wenn das Weib den Mann, und der Mann das Weib geflohen, ja, wenn Mutter die Tochter und Vater den Sohn verlassen haben, da bleibt die Mutter bei ihrem Sohn, und der Vater erst recht bei der Tochter! Das ist Geschlechtsliebe, die reine Geschlechtsliebe. Und Du hier, Heiligenhahn, Du wolltest von achtzehn Töchtern entlaufen? — Nicht von Einer!“ —
Breslau.
Druck von Robert Lucas, Schuhbrücke Nr. 32.