Die heil’ge Nacht! die schöne Frühlingserde!
Es trifft Alles zu: Lisanna’s schwarze Locken, die großen Blumenglocken-artigen Augenglieder, die Lippen wie Rosenknospen, und auch die Johanniswürmchen fliegen jetzt! Aber das folgende Gedicht zeigt schon von früherer Vertraulichkeit: denn der Nordschein blühte ja gleich die ersten Wochen, als wir hergekommen. Ach, wehe Dir, Lisanna, wenn es nur nicht auch von genauerer, vielleicht sogar verbotener zeugte. Aber, daß sich die Verliebten solche Gedichte geben! Ich schämte mir die Augen aus. Aber Clarke malt auch Manches als von hier, was ich doch nirgends hier gesehen habe. Doch ach, Lisanna spinnt ja, sie hat ein kleines Stübchen! Der feine Flachs, der Berg, die alten Weiden — o es trifft Alles! Ich will es mir zum Jammer herschreiben, das Gedicht, wenn es eins ist, — vielleicht auch nicht!
Wir mochten endlich eingeschlummert sein —
Doch Traum und Schlaf sind göttlicher Natur,
Und kennen selig nicht das Maß der Zeit! —
Da stieß mich leise die Geliebte an,
Und zeigte mir der Morgenröthe Glanz,
Die wallend in das freundliche Gemach
Wie eine Rosenflut vom Himmel floß;
Und blinkend schien das reinliche Gefäß