Die Ziege meckerte sehr zur Unzeit.

Da ist ja eine Ziege! meinte sie etwas erheitert aus ihrer verdrießlichen Miene.

Ja wohl! seufzte Christel, aber die brauch’ ich für die Kinder!

Ich habe keine Kinder! bemerkte die Frau Lizentiatin spitz.

Wir haben auch ein Schwein! sagte Sophiechen hinter der Mutter Schürze hervor.

So? mein Kind! — Das ist ja ein recht liebes Kind! Laßt uns doch sehen! sagte die Frau Lizentiatin.

So wurde denn aufgeriegelt, und Frau Lizentiatin bemühten sich, es in Augenschein zu nehmen und zu befühlen. Das ist gutes Essefleisch! freilich nicht in die Esse. Aber liebe arme Leutchen, man muß von Euch nehmen, was Ihr habt! Es thut mir recht leid.

Johannes und Christel sahen sich an. Johannes, sprach sie, Du bist ja wieder gesund! Nur nichts schuldig bleiben! Die Kinder leben auch ohne Wurst.

Man hat jetzt Beispiele, daß Menschen daran gestorben sind! Wurstgift — das ist ein ganz neues Gift! bemerkte der Lizentiat, eine Prise nehmend, und dachte: Du hast das Memento Doctoris hier vergessen: „Nimm! wann es schmerzt“ — so nimm nur noch jetzt: wenn es auch schmerzt! Das kleine Verbindungswörtchen „auch“ ist ja keine Grausamkeit! — Nur aufgeladen und festgebunden auf den Bedientensitz!

Das geschah. Aber das giftige Schweinchen schrie so unbarmherzig, daß es wieder abgebunden werden mußte. Die Gans im Wagen schrie auch.