Nun mußten zunächst die Zuckerplätzchen verzehrt werden, was nicht wenig Lärm und Verwirrung hervorrief; die großen Vögel nämlich beklagten sich, daß sie nichts schmecken konnten, die kleinen aber verschluckten sich und mußten auf den Rücken geklopft werden. Endlich war auch dies vollbracht, und Alle setzten sich im Kreis herum und drangen in das Mäuslein, noch etwas zu erzählen.
»Du hast mir deine Geschichte versprochen,« sagte Alice — »und woher es kommt, daß du K. und H. nicht leiden kannst,« fügte sie leise hinzu, um nur das niedliche Thierchen nicht wieder böse zu machen.
»Ach,« seufzte das Mäuslein, »ihr macht euch ja aus meinem Erzählen doch nichts; ich bin euch mit meiner Geschichte zu langschwänzig und zu tragisch.« Dabei sah sie Alice fragend an.
»Langschwänzig! das muß wahr sein!« rief Alice und sah nun erst mit rechter Verwunderung auf den geringelten Schwanz der Maus hinab; »aber wie so tragisch? was trägst du denn?« Während sie noch darüber nachsann, fing die langschwänzige Erzählung schon an, folgendergestalt:
Filax sprach zu
der Maus, die
er traf
in dem
Haus:
»Geh' mit
mir vor
Gericht,
daß ich
dich
verklage.
Komm und
wehr' dich
nicht mehr;
ich muß
haben ein
Verhör,
denn ich
habe
nichts
zu thun
schon
zwei
Tage.«
Sprach die
Maus zum
Köter:
»Solch
Verhör,
lieber Herr,
ohne
Richter,
ohne
Zeugen
thut nicht
Noth.«
»Ich bin
Zeuge,
ich bin
Richter,«
sprach
er schlau
und schnitt
Gesichter,
»das Verhör
leite ich
und
verdamme
dich
zum
Tod!«
»Du paßt nicht auf!« sagte die Maus strenge zu Alice. »Woran denkst du?«
»Ich bitte um Verzeihung,« sagte Alice sehr bescheiden: »du warst bis zur fünften Biegung gekommen, glaube ich?«
»Mit nichten!« sagte die Maus entschieden und sehr ärgerlich.
»Nichten!« rief Alice, die gern neue Bekanntschaften machte, und sah sich neugierig überall um. »O, wo sind sie, deine Nichten? Laß mich gehen und sie her holen!«
»Das werde ich schön bleiben lassen,« sagte die Maus, indem sie aufstand und fortging. »Deinen Unsinn kann ich nicht mehr mit anhören!«