Dem vorliegenden Band, der ein in sich abgeschlossenes Ganzes bildet, wird ein zweiter folgen, der die zivilrechtliche und öffentlichrechtliche Stellung der Frau, die psychologische und ethische Seite der Frauenfrage zum Gegenstand hat.
Wie weit mir die Aufgabe gelungen ist, steht dahin, und wird sachkundige Kritik entscheiden. Eines aber darf ich geltend machen: daß die Darstellung auf einem umfassenden Studium der Litteratur, insbesondere auch, soweit es sich um die Ermittelung der thatsächlichen Zustände handelt, auf der Benutzung der amtlichen Statistiken, staatlichen wie privaten Enqueten, kurz so weit als möglich auf quellenmäßigen Untersuchungen beruht.
Berlin, Oktober 1901.
Lily Braun.
Inhalt.
Vorwort
ERSTER ABSCHNITT.
Die Entwicklung der Frauenfrage bis zum XIX. Jahrhundert.
Erstes Kapitel: Die Frauenfrage im Altertum
Die Periode des Mutterrechts.—Die Blutgemeinschaftsfamilie und die Schwägerschaftsverbände.—Die Entwicklung zur Monogamie.—Die Gesetzgebung in Bezug auf die Frauen.—Platos und Aristoteles' Stellung zur Frauenfrage.—Die Frauenfrage im römischen Reich.—Die Stellung der Frauen bei den Germanen.