Die starke Zunahme der proletarischen Frauenarbeit wird fast immer mit einer Verdrängung der Männerarbeit in Zusammenhang gebracht. Zum Beweise dafür beruft man sich auf die oft beobachtete, im vorigen Abschnitt auch von uns angeführte Thatsache, daß durch die Einführung neuer, leichter zu handhabender Maschinen in gewissen Fabrikationszweigen Frauen an Stelle der Männer treten. Ganz abgesehen davon, daß es auch Maschinen giebt,—z.B. die Setzmaschine,—die ihrerseits wieder die Frauenarbeit verdrängen, zeigt es sich an der Hand der Statistik, daß im allgemeinen von einem Ersatz der Arbeiter durch Arbeiterinnen kaum die Rede sein kann, es sich vielmehr um Verschiebungen handelt. Die gegenteilige Behauptung ist auch eines jener auf ungenügender Kenntnis der Thatsachen beruhenden Schlagworte der Frauenbewegung. Folgende Tabelle diene zum Beweis dafür.466 Es verblieben nämlich in der Stellung von berufslosen Familienangehörigen:

Von je 1000 Personen
in der Altersklasse
Deutschland
Oesterreich

männlich
weiblich
männlich
weiblich

unter 20 Jahr
742
812
655
691

von 20-30 Jahr
24
531
28
268

" 30-40 "
9
743
11
340

" 40-50 "
7
710
7
304

" 50-60 "
10
632
8
267

" 60-70 "
22
553
18
261

" 70 Jahr und darüber
106
469
54
253