Der Rucksack flog im Bogen von den Schultern. »Davongelaufen bin ich — bei Nacht und Nebel, — ich hielt's nicht länger aus,« sprudelte es hervor, atemlos, triumphierend.
Ich hörte kaum, was er sprach, ich sah nur, daß er da war, wirklich da war!
Ein fester Tritt auf dem Flur weckte mich aus meiner Versunkenheit. »Der Vater!« rief ich angstvoll und legte wie schützend den Arm um meinen Sohn. Der aber riß sich los, lachte mich an und lief mit einem: »Ich fürchte mich nicht!« dem Kommenden entgegen.
Ich stand wie angewurzelt. Ich hörte einen Wortwechsel, dann ein langes, ernstes Gespräch. Frage und Antwort. Hand in Hand kamen sie zu mir ins Zimmer. »Nun werden wir den Schlingel doch wohl behalten müssen,« lächelte mein Mann, »und heute soll für uns drei ein Feiertag sein.«
Wir gingen durch den Wald nach Paulsborn. Die Kiefern standen schwarz gegen den hellen Himmel, und lichtgrün schmiegten sich die Büsche ihnen zu Füßen. Auf dem See tanzten die Sonnenstrahlen. Und weit voraus sprang unser Sohn.
»Weißt du noch?!« sagte Heinrich.
»Ich weiß! Damals schüttelte der Sturm die Bäume. Mich fror, und du schlugst deinen Mantel um mich —«
»Und habe dich doch nicht schützen können —«
»Ich danke es dir, denn dadurch wurde ich stark.«
»So stark, daß du allein zu gehen vermagst —,« seine Stimme schwankte dabei. Mich traf's wie blendendes Licht, — ich sah auf dem Wasser nichts mehr als die goldene, schimmernde Sonnenstraße.