Drum sollst du jedem freundlich sein.
Gar mancher, der dir nicht gefällt,
Ist recht zum Engel dir bestellt;
Es sind nicht immer Sympathieen,
Die ’s Herz nach Gottes Willen ziehen.
Es thut gar wohl, so schwer’s oft fällt:
Gut sein dem, der dir nicht gefällt!
Nun es die Urgroßmutter sagte, mußte es wohl wahr sein! Martha prüfte sich ernstlich und kam auf manchen Punkt, der sie verklagte. Wo waren denn die lustigen Mittagsstunden geblieben, seitdem Suschen und sie im entferntesten Gartenweg wanderten und sich um die anderen nicht bekümmerten? Als sie abends allein auf ihrem Stübchen waren, gab Martha Suschen das Gedichtchen zu lesen; ausführliche Besprechungen und gute Vorsätze schlossen sich daran, die mit aufrichtigem Herzen gefaßt wurden.
„Wenn ich nur erst wüßte, wie man Phinen näher kommen könnte!“ sagte Suschen.
„Wir müssen es versuchen!“ sagte Martha seufzend.