Anzengruber: Der Gwissenswurm, I. Akt, 3. Szene
Dritte Szene
Vorige. Wastl (durch den Haupteingang).
Wastl. Gutn Morgn, Bauer.
Grillhofer. Gutn Morgn Wastl. Na, na, laß nur dein Pfeif in Maul, geht dir sunst aus.
Wastl. Kann's wohl derwarten. Es is für dich net zutraglich, kunnt dich reizen, hust ehnder z'viel.—No werdn wir heunt schaun, daß wir's Heu hereinkriegn, 's Wetter wird neama lang so sauber aushalten. Gestern schon um Mittag hot's in der Luft so g'flirretst, als wär die a in der Hitz verbröselt und tat durcheinanderwoiseln, wann die Sunn durchscheint. 's is höchste Zeit zum Dazuschaun! Und a Heu is dös, Bauer, so schön und viel, und es riecht frei, daß eins umfalln könnt vor Gutheit.
Grillhofer. Noja,noia.
Wastl (schupft die Achsel). "No ja—no ja." Aber, Bauer, wann ich dir sag, a Heu—'s älteste Rindvieh da herum kann sich auf so oans nit besinna. Gfreut dich denn gar nix mehr? Nachhert gfreut ein'm a nix. Wem gang's denn was an, wann dich net?
Rosl. Hast recht, Wastl, hast recht, sag ihm's nur h'nein!
Grillhofer. Laßts es gut sein. Wann ich so bin, is's doch eng nit abtraglich. Ich vergunn schon mein Nebenmenschen 's gute Heu. Jo, jo, gwiß. Aber ich taug halt nix mehr auf derer Welt—na—na—mich bekümmert nimmer 's irdische, mich bekümmert nur 's himmlische Heu, wovon gschriebn steht: "Der Mensch welkt dahin wie Heu!", und da is mir nur um die Einfuhr in den himmlischen Heuschober!