Leonhardt (schreit gleichfalls). Jawohl!—Ah so, du bist's gwest, Grillhofer—ah ja, du, ich hon gmeint (auf Dusterer), der schreit wieder gegn meiner.

Grillhofer. Um Gottes willn, Lenhardt, bsinn dich af d'Wahrheit, hast a recht gsehn?

Leonhardt. No, wohl recht gsehn und recht gfragt.

Grillhofer. Du wöllt s' hizt ausgfunden habn, wo es Gericht sie die lang
Zeit her scho sucht!

Leonhardt. Ausgschriebn war a Erbschaft, aber gmeldt hat sa sö net, weil ihr dös Gspiel z'viel verschuldt war.

Grillhofer. Und wo, wo hast es denn aufgfunden?

Leonhardt. A drei Stund von da, wann d' ins Gebirg einfahrst, an der
Kahlen Lehnten hat s' ihr Wirtschaft.

Grillhofer. Ich muß hin—wird mich net umbringen, dös bissel Fahrn, wird mich nöt umbringen; mit meine eigenen Augen muß ich mich überzeugen, wie's mit ihr steht, in was für oan Elend als s' lebt! (Ist bis zur Haustür gegangen.) Rosl—he, Rosl, hörst! (Kommt, in der Westentasche nachsuchend, wieder vor.) Lenhardt, dank der schön, hast mer a rechte Wohltat derwiesen. Dank der schön, da hast. (Gibt ihm Geld.)

Leonhardt. Is gern gschehn, Bauer (betrachtet den Betrag sehr befriedigt), no, vergelt dir's Gott!

Anzengruber: Der Gwissenswurm, II. Akt, 7. Szene