Verwandlung

Wirtschaft an der "Kahlen Lehnten". Die Bühne zeigt den Hofraum. Links vorne ein Teil des Hauses mit der Eingangstüre, rechts ein Teil einer Scheuer. Beide sind in einem stumpfen Winkel gegeneinander gebaut und durch eine sogenannte offene Einfahrt (leeren Torbogen, etwa durch einen Balken, "Schranne", verschließbar) verbunden. Hinter dem Hause steigen gewaltige Felsmassen hinan, welche weit in den Hintergrund verlaufen, wo dieselben an den aufrecht stehenden, bewaldeten Bergkronen als nacktes Getäfel schief angelehnt erscheinen (Kahle Lehnten). Ab und zu hört man das Grollen eines fernen Gewitters.

Elfte Szene

Der Bauer, Natzl und Hans (mit Sensen und Rechen, kommen durch den offenen
Torbogen zögernd nach vorne).

Natzl. Oba, Voda, was wöllt's denn hizt schon dahoam?

Hans. Z'wegn we hättn mer denn fruher Feierabnd gmocht?

Bauer (alter Mann, schon an die Siebzig, geht gebeugt, hat graues Haar und dunkle, buschige Augenbrauen, die Lodenjoppe schlottert ihm um den Leib und auch im übrigen Anzuge zeigt sich eine arge Vernachlässigung—erstaunt). No, z'wegn'm Wetter do!

Hans. Hehe, freilich, z'wegn 'm Wetter! (Lehnen die Werkzeuge an die
Scheuer.)

Natzl. Kunnt ja do der Voda a weng ins Dörfl schaun, af a Glasl Wein!

Bauer. Wißts ja do, daß mer d'Muada koan Geld loßt.