Fünfzehnte Szene

Grillhofer, Dusterer (durch die offene Einfahrt), darauf die Bäuerin (aus dem Hause).

Dusterer. No, Schwoger, is doch recht, daß ich mit bin, gelt ja? Daß d' net mußt so allanig herumsteign! Hon's gleich gsehn, daß mer mit 'n Wagen net zukönnen. Dös is es oanzige Ghöft an der Lehnten.

Grillhofer (auf einen Stock gestützt, kommt langsam vor). Jo, jo, kimmt mer aber a weng z' groß für, als daß sich's ließt von oan oanschichtigen Weib bewirtschäften.

Dusterer. No, no, werdn mer ja sehn, wer darauf sitzt! Wer weiß, was dem versoffenen Unfriedstifter, dem Lenhardt, fürkämma is?! Am End is er noch a verlogener Spitzbua dazu und hat uns nur hergnarrt.

Bäuerin (von innen). Wer is draußt? (Tritt unter die Tür.) Seids ös es schon?

Grillhofer. Gutn Abend!

Bäuerin. Gutn Abend—was wöllts denn?

Grillhofer (tritt zitternd näher). Bist du die Riesler Magdalen?

Bäuerin (keifend, wobei sie aus der Türe den Angesprochenen immer näher tritt). Wer fragt darnach? Ich frag, wer darnach z' fragen hat?! D' Poltner bin ich, die Bäurin an der Lehnten, hat neamand darnach z' fragen, was ich sunst bin oder war! War allweil a Ruh, hizt af amal war es Fragens kein End! Vor paar Tägn erst hat a Fuhrknecht da h'rumgfragt, daß's orndlich auffällig war, und hizt kamen wieder oan. Was habts der Riesler-Magdalen nachz'fragn? In mein ledigen Tagen is zwischen mir und oan Bauern a Dummheit gwest, is eh schon bald neamer wahr. Is er leicht verstorbn und seids ös vom Gricht und bringts mer a Erbteil?!