Bäuerin. Nix hon ich und jetzt han mer ausgredt! Gsehn hast es, daß mer's geht, wie mer's gehn kann, ich mein, net schlecht, siehst, daß ich da af mein'm Eignen bin, und no mach, daß d' weiterfindst samt dein Spießgselln, bevor meine Leut kämmen—wann's net schleunig gnug seids, so mach ich eng Füß und lass' dö Hund von der Ketten-Dusterer. Hizt jagt s' uns gar aus!
Bäuerin. Ratet's a koan, er kam wieder! In meiner Ruhigkeit will ich verbleibn—wie mir hizt is, is's mir recht—hon mir nie unnötig Gedanken gmacht—brauch koane alten Gsichter z' sehn—brauch dös net! (Ab.)
Grillhofer. Gehn mer, gehn mer furt! Mir is so schlecht da h'rum (deutet auf das Herz), so viel schlecht! Ein Stein war mir h'runter, aber a schwererer druckt hizt drauf! (Ab.—Die Szene, welche nur wenig vom Düster der Gewitterwolken beeinflußt war, erglänzt jetzt im hellen Mondlichte.)
Anzengruber: Der Gwissenswurm, II. Akt, 16. Szene
Sechzehnte Szene
Dusterer (allein), dann Bäuerin, Bauer, Natzl und Hans.
Dusterer. Glei kimm ich nach, Schwager!—Schau hizt her, no wär gar a Kind da! Hätt ich dös nur fruher gwiß gwüßt! Aber mein Schwester—Gott tröst s'!—dö dumme Gredl, hat mi ja nie in ihr Haus zulassen; weil s' krank war und keine Kinder ghabt hat, hat s' ihm allweil durch d' Finger gschaut und alles vertuscht! Ob der Bankert no lebt oder schon verstorbn is? No, dasselb wird die Bäurin do wissen—ich muß's a wissen—hat zwar 'n Teufel im Leib, dö Bäurin—aber ich muß's wissen! (Geht in das Haus ab. —Im Hintergrunde treten Hans, Natzl und der Bauer, einer hinter dem andern langsam durch die offene Einfahrt auf.)
Hans (weinerlich). No sein mer wieder da!
Natzl. No hat der Voda sein Willn.
Bauer. Jo, no—oba wird glei d' Muada ihrn habn! (Schaut gegen den
Himmel.) Schau, hat uns doch net derwischt, dös Wetter!