Ich will es glauben, versetzte Angé’s Mutter, und ich fragte sie nun: Wo lebt jetzt Angés?
Ich weiß es nicht!
Sie wissen es nicht? O, wohl wissen Sie es, aber Eins wissen Sie nicht, verehrte Frau! rief ich empfindlich aus. Sie wissen nicht, daß ich zu viel weiß, um mich also abfertigen zu lassen, daß das Herz Ihrer Tochter mein ist, daß ich Angés suchen und sie finden werde, sollte ich auch im Schwarzwald von Dorf zu Dorf, von Hütte zu Hütte ziehen.
Frau Daniels erschrak, als ich den Schwarzwald nannte, doch suchte sie mir dies zu verbergen, und fragte auf’s Neue: Was wollen Sie von Angés?
Ich komme von le Mans!
Haben Sie Berthelmy’s Todtenschein? fragte die Frau jetzt mit leuchtenden Augen.
Den habe ich nicht und brauche ihn nicht, es kann auch niemals einer gegeben werden. Es gibt dort keine Kirchen und keine Kirchenbücher mehr; der Maire sagt mir, das Papier habe nicht hingereicht, um die Namen aller Todten aufzuzeichnen. Was sich geschieden habe, sei geschieden, Niemand frage danach.
Das mag dort in le Mans so sein, entgegnete mir die verständige Frau. Hier in Zweibrücken aber denken wir noch anders. Die Feinde mögen uns Alles nehmen; unsere Kirche, unsern Glauben, unsern Gott lassen wir uns nicht nehmen! Wir singen nicht vergebens unsers Luther Lied:
Eine feste Burg ist unser Gott,
Eine gute Wehr und Waffen,
Der hilft uns treu aus aller Noth,
Die uns jetzt hat betroffen!
Ja, wohl hat uns Noth betroffen, harte Noth, aber Gott wird uns helfen!