Voll hoher Freude warf der Graf ein paar brabanter Laubthaler in den Hut des Postillons, der von dannen ritt, und bald rollte in der That der langersehnte Wagen heran. Voll Unruhe und Ungestüm eilte Ludwig die Treppe hinunter, um Angés selbst aus dem Wagen zu heben.

Philipp war bereits von seinem Außensitz herabgesprungen, sein sonst so frisches rothes Gesicht war bleich; er blickte seinen Herrn mit dem Ausdruck tiefen Kummers an, öffnete den Schlag, – Sophie Botta, die Dienerin, stieg aus, aufgelöst in Thränen, der alte Jacques folgte – Angés fehlte.

Was ist das? Wo ist Angés? fragte Ludwig erschrocken.

Philipp antwortete: Ach, bester gnädiger Herr! Ach das Unglück! Kommen Sie in das Haus!

Der Graf eilte in raschen Sätzen die Treppe hinauf und gebot Philipp, ihm sogleich zu folgen. Sophie öffnete die Thüre des Zimmers, in welches sie abgetreten war, Graf Ludwig winkte ihr stumm, zog den Diener in sein Zimmer und stammelte: Sprich! Sprich! Was ist’s mit Angés? Wo habt ihr sie gelassen?

Ach, erschrecken Sie nur nicht allzusehr, gnädiger Herr! stammelte Philipp. Ach, der liebe gute Engel!

Angés! schrie der Graf: was ist’s mit ihr?

Sie ist nicht mehr – sie ist todt – schändlich ermordet!

Todt? Ermordet, sagst du?

Wie ich Ihnen sage, schluchzte Philipp.