An Geld? fragte Windt spöttisch. Ich dächte, dieses stehlt ihr ihr – wie wir vorhin hörten.
Nein, mein General, versetzte der Spion: Geld ist nicht das Beste – es fehlt an Etwas, was sich nicht nur so stehlen läßt, es fehlt an Salz und das bringt die Armee fast zur Verzweiflung; denn je mehr das Salz fehlt, desto salziger wird ihre Haut. – Aha, spottete Leonardus, und da hofft ihr in Holland Salz zu finden, weil es so viele Häringe einsalzt!
Leider! – leider! Wenn uns die Suppe nicht, wie neulich mir, versalzen wird! seufzte der Spion mit einer Grimasse und fuhr fort: Das letzte Salz in Herzogenbusch, so viel als man gewöhnlich um acht niederländische Gulden kauft, ist zu fünfhundert Gulden verkauft worden.
Ist die Grave über oder ist sie nicht über? fragte Ludwig.
Das weiß ich nicht, mein Herr Oberst, erwiederte Aboncourt: allein ich bezweifle es, sonst würde die Maas mehr von Feinden geräumt sein und es wäre weniger Mangel in unserer Armee vorherrschend, die immer einen schweren Stand haben wird; denn es marschiren in diesen Tagen zweitausend Kaiserliche nach Arnhem und Holland hat auf den Grund eines geheimen Tractates fünfundzwanzigtausend kaiserliche Soldaten in seinen Sold genommen, die nach und nach anrücken, um die Wahl zu decken; die englische und hannoversche Reiterei dagegen geht nach Westphalen.
Woher weiß so ein miserabler und lumpiger Kerl, wie du einer bist, das Alles? fragte Windt barsch.
Herr! entgegnete Clement Aboncourt: haben Sie die Gnade und henken Sie mich lieber, als daß Sie mich schimpfen! Da ich in Ihnen einen guten Legitimisten voraussetzen darf, so bedenken Sie, daß ich ein König war.
Auf deinen Schmierbühnen, du Meerschwein!
Ja leider – nirgends als dort, sonst wäre ich nicht hier! fuhr jener unter komischen Seufzern fort: denn wenn ich ein König oder ein königlicher Prinz in der Wirklichkeit wäre – ich wollte mich bei Gott anders und besser halten, wie zum Beispiel der Herr Graf von Artois.
Was ist’s mit dem? fragte Ludwig aufmerksam.