Da horchte das schwarze Männlein hoch auf, aber die Prinzessin fuhr fort zu spielen und zu singen:

„Sie ist dem Wolfe nachgereist,

Schnitt ab ihr Fingerglied,

Die jüngste Königstochter.“

„Nun ist sie da — du kennst sie nicht,

Traurig singt dir dies Lied

Die jüngste Königstochter.“

Da sprang das schwarze Männlein von seinem Sitze auf, und war plötzlich ein ganz schöner junger Prinz und eilte auf sie zu und schloß sie in seine Arme.

Alles war Zauber gewesen. Der Prinz war in das alte Männlein und in den weißen Wolf und in den gläsernen Berg hinein verzaubert, so lange, bis eine Prinzessin, um zu ihm zu gelangen, sich’s ein Glied von ihrem kleinen Finger kosten lassen würde, wenn das aber bis zu einer gewissen Zeit nicht geschähe, so müsse er eine andre freien und ein schwarzes Männlein bleiben all sein Leben lang. Nun war der Zauber gelöst, die andre Braut verschwand, der entzauberte Prinz heiratete die Königstochter, reiste darauf mit ihr zu ihrem Vater, der sich herzlich freute, sie wiederzusehen, und lebten alle glücklich miteinander bis an ihr Ende. Sollte dieses aber nicht erfolgt sein, so ist es einigermaßen wahrscheinlich, daß sie noch heute leben.

Bruder Sparer und Bruder Vertuer.