Geist: Rasende Geduld, brich auf zum Zorn!
Stirb, Tal — Dämmerung! Es ruft das Horn!
Mensch, wo bist du! Spiegel meiner Brust?
Lachst in Tränen! Lügst du, weil du mußt?
Gibt’s kein Tor, das streng durch Weite führt?
Treibst du Spiel mit allem, was berührt?
Starb im Ohr der Schöpfung letztes Maß?
Fühlst du nicht — Mich? — — Ich — vergaß?

(kniet hastig, wühlt wütend die Erde auf, holt eine Wurzel)

Wurzel stumm!
Denken macht dumm!
Liebe biegt die Lüge krumm!

(wirft sie hoch im Bogen, bleibt gebückt in Starre, bis lächelnd Rübenratibor kommt)

Rübenratibor: Löse!

Geist: Du! (fährt ihm über die Augen, betrachtet ihn lange,
geht. — Die Rübenmägde Gersa, Buh und Linde
tanzend im Reigenschritt. Sie sehen den Rübenratibor,
flüstern, gehen ängstlich im Bogen um
ihn herum weiter. Der Rübenkönig kommt)

Rübenkönig (sieht ihn lange an): Ach — — damals!
(humpelt weiter)

(Die Rübenkönigin kommt, bleibt erschrocken stehn, knickst, geht schnell an ihm vorbei, bleibt wieder stehn, dann in plötzlichem Einfall zu ihm zurück)

Rübenkönigin: „Ihr Freund! — Mein Sohn!“

(Rübenratibor lächelt. Sie knickst verlegen — eilt weiter. Imma kommt, erstarrt vor ihm, sinkt schluchzend nieder, Gesicht in die Hände vergraben. Rübenbrinhildis, lächelnd in Seligkeit, geht zweimal in engem Kreis um ihn herum, schmiegt sich an ihn — küßt ihn. Dann lacht sie hell. Imma fährt auf. Rübenbrinhildis huscht weg)