Ratibor: Ewig Rad, das Wagen treibt und Pferde,
Ziel und Fahrt und Kreis im Kern der Welt!
Schwingen meiner Seele, schattet rings
trübe Gipfel, Spalten tief und Erde!
Wer mich glaubt, erkennt mich!
Du bist feig!
Imma lebt in mir! Ihr Wunsch, mein Blut!
Weil ich treibe, weil ich Wandrer bin,
weil ich kettenfrei in Meere greife,
leuchtet Güte sie durch meinen Sinn!
Böse sein heißt lügen!
Brinhildis (fährt auf): Lügen — wie?
Weil ich traurig bin!
Ratibor (stark): Glück lügt!
Brinhildis (schreiend): Lügt Kraft!
Ratibor: O verklage mich, zum Schwur bereit!
Richter rufe, die sich selbst nicht richten,
Larvenmißgeburt aus Eitelkeit!
Rüttle nicht am Pfeiler, der sich streckt!
Willst du nackt und ohne Dächer stehn,
reiß die Riegel auf und ströme — ströme
unter Sternenhimmel reiner Lust!
Bist du’s?
Brinhildis: Nein!
Weil ich Verbrecher bin!
Und das Wissen selbst zu Tode schleifte,
bis es Staub, an meinem Körper hing!
Nun strahlt auf der Quell zum Taggewölbe,
peitscht die Blicke hoch und drückt sie blind,
bis der Qual Gelächter leer zerspringt!
Morgen ist! Hinab ins Tal der Macht,
wo die Sünde nicht in Wolken spiegelt
und der Traum in Ebene zerfließt!
Was ist Wert? Was Wahrheit? Was ist Lüge?
Ich war du im Mantelschloß der Nacht!
(stürzt ab)
Ratibor: Sturm!
Wer siegt?
Die Zwischen steht — die Dritte!
Unberührt von Fingern schlaffer Kraft!
Imma —!
Dreifach klagendes Echo: Imma —! Imma —! Imma —!
(Die Mägde Gersa, Buh und Linde in Trauer)