Imma (stark): Laß!

(rast davon. Der Geist verhüllt sich, schwindet.)

7. Felsenschlucht

Brinhildis (windet einen Kranz aus Blättern):
Etwas, das in mir gestorben ist,
weiß von fremden Welten,
weiß von List,
wo die Sterne sich erkälten,
wo die Frist,
weit gespannt von Turm zu Turm
reißt im Sturm,
wo die Schlucht
stummer Sehnsucht welkte Bucht
sich ein Grab verschließt,
wo der Wunsch ins Blau der Ströme fließt!
Sank ein Traum von mir im tiefen Schacht
bäumt sich — flacht,
regt sich wellenweis
fremd im Taggeleis —!
War ich nicht, wo Imma weilt,
mondgeteilt?
Zaubrisch irre Gartenpracht,
hab’ ich das „gedacht“?
Sag’ mir, was ist Wirklichkeit?
Sag’ mir: Was ist Zeit?
Sag’ mir: Was ist Leben?
Tausendfältig Weben:
an Kräften kleben
mit Kräften streben
in Kräften sich geben!
Gab ich mich?
Verloren Spiel!
Glas zerbrach das Ziel!
Suche ich?
Finde die Spur,
im Namen nur?
(in die Schlucht rufend) Imma!

Eine Männerstimme: Imma!

Brinhildis (voll seliger Entsagung): Er!

(Ratibor kommt. Er ist von Wanderschaft zermürbt; Gewandfetzen, blutige Füße. Sie sehen sich lange an)

Brinhildis: Ruhen!

Ratibor (setzt sich)

Brinhildis (breitet ihren Mantel um ihn):
Wenn die Musik — —