(schließt die Augen)

Ratibor (ruft leise): Imma!

Imma (sieht auf — erschrickt, faßt sich und zwingt das
Lächeln. Dann — stoßweise mit unendlicher
Mühe zu Brinhildis):
Ich glaubte — — du — bist — — tot!
Baute dein Grab mit Steinen
hier — (sieht sich um, erschauert)
Nicht hier!
Die Wiese —! (weint)

Ratibor (zart): Du —!

Imma (schrill): Stammeln!
Lächeln?
Zerrbild!
Zerrbild!
Wund und Jammerweh!
Hielt euch endlich tief
in Urnen meines Grams geborgen!
Warum taucht ihr hoch?
Täuscht mich!
Taggespenst, Sonne, scheinst du?
Mond komm!
Ströme Nebel in die Gärten ein,
wo Gefühle schleiern!
Brücke den Bruch
von Augen und Herz!
Wehe Atem über Feld,
bis sich Halme traumlos biegen
und die Schwere erdwärts sinkt!
Dann Geschwister — wir,
Gestalten — alle —:
menschfern — seelenleer — gelöst im Bild!

Brinhildis (bebend): Imma!

Imma: Still!
Wir spielen!
Du bist Brinhildis —
Er — Ratibor —
Ich — Immas Spiegel!
Der hebt euch,
wie die See das Schiff!

Ratibor (verzweifelt): Imma!

Imma (erschreckt): Du bist stärker aufgestanden,
als du starbst!
Leise!

Ratibor (erschauernd):
Lebst du?
Sprich!
Wir leben!