Noch während sie sprach, umklammerte er mit zuckenden Händen ihren Arm und fragte: »Bist du am Sonntag auf dem Markt gewesen?«
»Wohl, Bub, da hab ich dich leiden sehen.«
»Hast du gesehen, daß eine mich trinken hat lassen aus ihrem Becher?«
»Ja, Bub!«
»So hab ich es nit geträumt?« Aufatmend nahm er das Schüsselchen aus ihren Händen, trank mit gierigen Zügen und sagte lächelnd: »Vergeltsgott, gute Schwester!« Er schloß die Augen, noch immer lächelnd. Nach einer Weile fragte er leis: »Wer bist du?«
»Die Schneckin, Bub! Kennst du mich nit?«
»Das Weib des Jägers an der Grenz? Und bist du am Sonntag auch den Weg der Wahrheit gegangen?« Die Frau blieb stumm und verfärbte sich ein bißchen. Leupolt öffnete die Augen. »Warum nit, Schwester?«
Ruhig sagte sie: »Den Schneck tät's umbringen.«
Er nickte. »Jeder, wie er meint, daß es recht ist.« Seine Brauen zogen sich zusammen. »Drunten in der Herdstub hab ich einen schelten hören. Ist das der Schneck gewesen?«
»Wohl, Bub! So tut er allweil.«