Da sah die Mälzmeisterin sie an. »Ach, Kindl, wie tust du zittern! Komm, setz dich ein bißl daher!« Sie zog die Widerstrebende auf das leere Bett ihres Sohnes. »Mein Alter meint, die Herren hätten den Buben bloß fortgeschafft, daß er den Leuten aus den Augen wär. Krieg ich Botschaft, wo er ist, so schick ich ihm gleich dein Tiegerl, gelt!« Sie konnte lächeln. »Ob's heilsam ist oder nit, es wird ihm wohltun. Darf ich es ihm sagen?«

»Was, Meisterin?«

»Daß es von dir ist.«

Sie nickte.

»Und daß du ihm gut bist?«

»Ja, Mutter!«

»Und daß ihr zwei, wenn die verständigen Zeiten wieder einkehren –«

Luisa bekam das strenge Klostergesicht. »Das nit! Eine Hoffnung tät Sünd werden. Er ist drüben, ich bin, wo ich sein muß. Da ist kein Weg nimmer.«

»Eins von euch beiden muß doch fügsam werden. Wie soll's denn enden?«

Ein Lächeln. »Mit einem einsamen Tod.«