»Er? Wie soll ich denn das wissen, wer das ist?«

»Aber Mutter! Ich habe dir doch heute früh erzählt von ihm. Daß ich ihn draußen am Sebensee kennenlernte. Und daß ich soviel vom Vater mit ihm gesprochen habe.«

»Der Fürst?« fragte Frau Petri betroffen.

»Heute kam er zu uns, um Vaters Bilder zu sehen.«

»Und du warst bei ihm?«

»Nein! Aber ich traf ihn. Bei den Weihern. Ach, Mutter! Wärst du doch nur bei mir gewesen! Hättest du nur gehört, wie er vom Vater gesprochen hat! Das wäre für dich eine Freude gewesen. Eine Freude! Weißt du, was er sagte? Ein großer Künstler, den die Welt hätte bewundern und lieben müssen! Und vielleicht war der Mensch und Dichter in ihm noch größer als der Maler! Das sagte er. Wort für Wort. Wir, Mutter, wir wissen es ja! Aber daß es nun auch die anderen erkennen und sagen! Ach, Mutter, dieses Wort war ein Geschenk für mich, so schön, ich kann es dir gar nicht sagen!«

Frau Petri schwieg, und während sie zitternd die Hand ihres Kindes umklammert hielt, fielen ihre glitzernden Zähren auf das Hutband.

Da sagte der Kutscher: »Liebe Frau, jetzt muß ich aber weiterfahren, 's Rößl kann den Wagen auf der steilen Straßen nimmer derhalten!«

Frau Petri seufzte. »Ach, Lo! Warum kommt das so spät? Zu spät für ihn!« Sie trocknete die Augen und sagte begütigend zum Kutscher: »Ja, Hans, fahren Sie nur weiter! Aber du, Lo?«

»Fahre nur voraus, Mutter! Ich gehe mit Gustl.«