Heiße Röte flammte über das Gesicht des Knaben. »Ja, Lo, ich weiß es!— Unser Vater!«
Die Schwester nickte nur. Dann saßen sie schweigend und blickten zu den leis tönenden Wipfeln des Harfenbaumes auf. Doch jäh verwandelte sich dieses sanfte Klingen. Ein starker Windstoß kam über den Wald gebraust und schüttelte die Zirbe, daß die Glocken wirr durcheinander klirrten. Mit ernsten Augen sah Lo zum Himmel und zu den Bergen auf. »Sieh nur, der Wind hat gewechselt!« sagte sie zögernd. »Ich fürchte, wir bekommen heute noch böses Wetter.«
»Aber Lo!« Gustl versuchte zu lachen. »Du? Und fürchten?«
»Du bist bei mir!« sagte sie und strich dem Bruder das Haar aus der Stirn.
Da klang ein gellender Jauchzer aus dem Wald.
»Das ist der Loisli!« rief Gustl und ließ zur Antwort seine Stimme schrillen.
Der Hüterbub kam zum Gartenzaun gesprungen, so atemlos, daß er den Gruß kaum herausbrachte. Während er nach Luft schnappte, tauschte er schon mit Gustl einen wichtigen Blick und blinzelte zum See hinunter.
»Aber Bub«, sagte Lo, »weswegen hast du denn wieder so rennen müssen?«
»Daß ich — gschwinder da bin — und länger bleiben kann!«