»Ah! Ah! C'est charmant! C'est drôle, tout ça! Jean! Jean! Nous ferons un tas de bêtise à la campagne[2]« Und während der Wagen an der Hütte vorüberfuhr, grüßte sie lachend mit dem Handschuh. »Bon jour, monsieur! Bon jour!«

Pepperl riß die Augen auf und wurde rot. Französisch hatte er wohl in der Leutascher Dorfschule nicht gelernt, nicht einmal ordentlich Deutsch. Aber soviel hatte er doch verstanden, um zu merken, was von dieser »Auslandrischen« zu denken war. »Teufi, Teufi, Teufi! Die geht scharf ins Zeug!« Mit dieser Erkenntnis war die Sache für ihn erledigt. Er sah noch den dritten, mit großen Koffern beladenen Wagen vorüberfahren, dann kehrte er seufzend in die Stube zurück, um die Pfanne auf den Herd zu stellen. Dann war's mit seiner Kocherei wieder zu Ende. Die Wagen kamen vom Jagdhaus zurück, die Kutscher fragten nach der Stallung, und Pepperl mußte sie führen, mußte ihnen helfen. Während er wortkarg das Geschwatz der Kutscher anhörte, kam Mazegger über die Lichtung herauf. Vor der Remise blieb er stehen, erregt, und musterte die Wagen.

Pepperl sah ihn an und fragte: »Toni? Was hast denn? Bist denn krank? Du schaust ja aus wie a Gspenst!«

»So?« Mazegger atmete schwer. »Und die Wagen da? Sind die Damen, die ich gesehen hab, zum Fürsten gekommen?«

»Natürlich, zu wem denn sonst?«

»Und die schöne Frau, die im Vierspänner war? Wer ist denn die?«

»Was weiß denn ich?« brummte Pepperl.

Mazegger stand noch eine Weile und lauschte auf das Gespräch, das die Kutscher im Stall miteinander führten. Sie sprachen von einer »lustigen Französin«, von einem »Kasperl mit Haxen« und von einer »Frau Baronin«, über die der Postillon des Vierspänners das Urteil fällte: »A säuberers Frauenzimmer hab ich meiner Lebtag noch net gsehen. Was die für Augen hat! Kruzitürken! So eine hätt der Teufi schicken müssen, wie er den heiligen Antoni hat versuchen lassen!«

Mazegger lächelte und spähte gegen das Fürstenhaus hinauf. Als er in seine Hütte trat, warf er die Büchse auf das Bett, verriegelte die Tür und riß mit zitternden Händen das kleine Fenster auf. In der dunklen Stubenecke setzte er sich rittlings auf einen Sessel und legte neben sich das Fernrohr auf den Herd. Durch das offene Fenster konnte er das Fürstenhaus und den ganzen Weg überblicken, der von droben herunterführte zum Fremdenhaus. Er sah den Praxmaler-Pepperl mit einem Kutscher drei rotlederne Koffer ins Fremdenhaus hinuntertragen. Martin erschien mit jenem Herrn, dem der »unsinnige Gamsbart« wie ein Generalsbusch auf dem Spitzhut schwankte. Um die Schultern hatte er einen leichten Staubmantel hängen, offen, so daß man den grün und rehbraun karierten Jagdanzug sehen konnte, dessen Kniehosen sich mit handbreiten Hirschlederborten um die moosgrünen Strümpfe schlossen. In der Hand trug er ein Lederetui, das sich ansah wie eine plattgedrückte Pfanne. Er war von mittelgroßer Gestalt, rund genährt und dennoch von unruhiger Beweglichkeit, mit eigentümlich wiegendem Gang.