»Was sonst? Aber ja, Goni, ich will ehrlich sein, es ist noch etwas anderes!« sagte Ettingen mit bebender Stimme. »Was ich jetzt empfinde, ist wie Schmerz. Dieses Vergangene, dieses Häßliche — vor einer Stunde noch war es so ganz vergessen, als wär es nie gewesen. Nun steht es plötzlich da vor mir! Ich hatte das Gefühl wie nach einem Bad, als wär ich reingewaschen an Leib und Seele. Und jetzt? — Mir ekelt!— Aber wenn sie nicht allein kam? Mit wem kam sie?«

»Mit dem kleinen süßen Mucki.«

»Den soll ich auch noch ertragen?« Ettingen lachte in Zorn. »Die Geschichte fängt an, mich zu erheitern. Aber du? Daß du mit ihnen kamst?«

»Mit ihnen? Nein! Nach ihnen! Gestern mittag brachte mir der biedere Mann, von dem ich in meiner ahnungsvollen Vorsicht ihre Villa überwachen ließ, die Nachricht: mit dem Frühzug sind sie abgereist, Salonwagen nach Innsbruck. Am Abend saß ich im Coupé, kam heute mittag in Innsbruck an. Drei Stunden früher waren sie vom Hotel Europe abgefahren. Ich erinnerte mich an Shakespeare: ein Königreich für ein Pferd. Und da bin ich! Und bin neugierig, was du tun wirst?— Nun?«

»Ich bin ratlos, Goni!«

»Ich wüßte dir einen Rat. Aber du befolgst ihn nicht.«

»Ja, Goni! Jeden, den du mir gibst!«

»Dort steht der Förster. Laß dich von ihm nach Ehrwald führen, jetzt gleich! Drunten nimm dir einen Wagen, fahre nach Garmisch, nach München! Oder bleibe in Ehrwald, bis ich dich wieder rufe. Was du brauchst, schick ich dir noch heute hinunter, durch einen Jäger, nicht durch Martin!« Sternfeldt lachte. »So schmerzlich es für dich sein wird, aber von diesem Ehrenmann wirst du dich trennen müssen. Er ist ihr Helfer gewesen.«

»Martin?«