Während Lo zur Stube ging, berührte sie eines der Bilder mit der Hand, als wäre das Trost und Kraft für sie: die Leinwand zu fühlen, auf der ein reiner und schöner Gedanke ihres Vaters Form und Farbe gewonnen.

Nun trat sie in das helle Zimmer, in dem Frau Petri noch mit dem Tisch beschäftigt war.

»Heut kommst du früher als sonst. Bist du draußen schon fertig?«

»Ja, Mutter. Mit allem.«

Beim Klang dieser Stimme blickte Frau Petri betroffen auf. Sie sah das weiße, vom Schmerz berührte Gesicht, die verstörten Augen, und fragte erschrocken: »Kind? Was hast du?«

»Nichts!«

»Das sagst du mir und kannst mich doch nicht ansehen dabei!« Vor Sorge zitterte die Stimme der alten Frau. »Kind?«

»Ich bin erschrocken. Draußen im Garten, dicht vor meinen Füßen, kroch eine Natter über den Weg.«

»Nein! Das hätte mich erschrecken können. Nicht dich! Vor einem Tier zu erschrecken, das nur unschön ist, nicht gefährlich, das ist nicht deine Art. Sag mir, was du hast! Und sieh mich an!«