»War das ein Stück Hochwild?«

»Ja, ja, wird schon so was gwesen sein!« Pepperl schmunzelte. Er brachte es nicht übers Herz, seinem Jagdherrn ins Gesicht zu sagen, daß er im Nebel einen Maulesel für Hochwild angesehen hätte. »Gar weit haben wir nimmer hin bis zum Hirsch, jetzt müssen wir d' Füß a bißl in acht nehmen.«

Lautlos kletterten die beiden Jäger zwischen den Latschen hinauf. Je höher sie kamen, desto häufiger schüttelte Pepperl den Kopf. »Jetzt dürft sich der Nebel bald verziehen! Oder es spuckt in der Fechtschul!«

Minute um Minute verging, und es wurde nicht lichter. Wohl hauchte manchmal ein frischer Windzug von den unsichtbaren Wänden nieder, aber der Nebel lag fest und wollte nicht weichen.

Sie hatten im steilen Latschenfeld einen Rasenbuckel erreicht, als Pepperl flüsternd im Klettern innehielt: »Jetzt können wir nimmer weiter! Der Hirsch muß in der Näh sein, auf'n schönsten Schuß. Was machen wir jetzt? Teufi, Teufi, Teufi! Wenn's schief geht, Duhrlaucht, kann ich nix dafür! So a Hundsnebel, so a miserabliger!«

Ettingen tröstete leise: »Machen Sie sich keine Sorgen, Pepperl! Wenn auch die Pirsche fehlschlägt, der Weg war wunderschön und hat mir Freude gemacht.«

»Der Weg? No ja, a schöner Weg is auch was Schöns. Aber lieber wär mir der Hirsch. Wenn nur der Teufel den Nebel kreuzweis reiten möcht!«

Als wäre der fromme Wunsch des Jägers an die richtige Adresse geraten, so fuhr im gleichen Augenblick ein scharfer Windstoß über das Latschenfeld herunter und riß die wallenden Schleier entzwei.

»Mar und Joseph!« lispelte Pepperl. »Duhrlaucht! Der Hirsch!«

Kaum hundert Schritte von den Jägern entfernt, kam der Hirsch gemächlich durch die Latschen gezogen und gabelte mit dem mächtigen Geweih wie spielend in die Büsche. Doch ehe Praxmaler die Büchse spannen und dem Fürsten reichen konnte, war der Nebel schon wieder zusammengeflossen, alles grau verhüllend.