Mit heiterem Geplauder zogen sie vorüber: voran Herr Heinrich von Inzing, der Propst des Klosters, und Herr Schluttemann, beide zu Pferde; hinter ihnen Frater Severin mit geschürzter Kutte, den Bergstock führend; an seiner Seite Walti mit vollgepfropftem Rucksack; dann noch vier Klosterknechte mit schwer beladenen Kraxen.
„Der Haymo wird Augen machen, wenn er uns kommen sieht!“ sagte Frater Severin, als er an dem Gebüsch vorüberschritt, hinter welchem Wolfrat stand. „Ich freu mich schon auf ihn! Weißt du, Bub, ein Gärtner hat allweil die Sonn gern, und sie scheint so warm in Haymos Augen!“
„Möcht wissen, warum er gestern gefehlt hat beim Ostertanz?“ sagte Walti. „Ich hab ihm eine Botschaft bringen wollen und hab gewartet —“
Das Rauschen der Ache verschlang die Worte der Weiterschreitenden.
Wolfrat kam hinter dem Gebüsch hervor und sah den Verschwindenden nach.
„Jetzt hebt sich der Hammer über der Katz!“ Er griff mit beiden Händen nach seinem Kopf.
13.
Herr Heinrich von Inzing fuhr zu Berge, um den balzenden Auerhahn zu jagen. Er hatte das Kleid des Priesters gegen ein ritterliches Jagdgewand vertauscht, trug um die Hüften das Weidgehenk und die Armbrust hinter dem Rücken. In gleicher Weise war Herr Schluttemann bewaffnet; aus seinen rollenden Augen aber blickte kein Schimmer froher Jägerlaune; Frau Cäcilia, die ihn notgezwungen für eine Woche aus ihrem Zaum entlassen mußte, hatte ihm einen Abschied bereitet, der auf eine für acht Tage voll ausreichende Wirkung bemessen war.