„Mach fort, sag ich! Und wenn du hinunterkommst, dann richt meinem Vater aus, er soll mir einen anderen Hüter schicken.“
Jörgi stand unbeweglich; nur ein Zittern lief über seinen Körper, als Zenza in die Hütte trat; dann atmete er schwer, rieb die Knöchel seiner Hände, faßte die Geißel, die an der Hüttenwand lehnte, und begann seinen Hüterdienst.
Als es Mittag wurde, sah ihn Zenza die Kühe zum Stall treiben. „Du bist noch allweil da?“ rief sie mit zornbebender Stimme.
Ein funkelnder Blick traf sie aus seinen Augen. „Ich geh nit, Sennerin! Und wenn einer mit zehn Rossen käm und tät mich fortziehen wollen, ich bleib.“
Sie trat auf ihn zu, riß ihm die Geißel weg und hob sie zum Schlag.
„Willst du gehen?“
„Hau zu! Ich wehr mich nit. Aber bleiben tu ich.“
Klatschend fuhr ihm die Schnur der Geißel ins Gesicht und zeichnete einen blauroten Striemen über Stirn und Wange. Jörgi rührte sich nicht; das Wasser lief ihm aus den starren Augen.
Wieder fragte sie: „Willst du gehen oder nit?“
Er biß die Lippen übereinander und schüttelte den Kopf.