„Das Wappen meines Hauses!“ schrie Desertus. Sich erhebend schlug er die Hände vor das Gesicht, wankte hinaus, als erdrücke ihn der enge Raum, und ließ sich niedersinken auf die Hausbank.
Herr Heinrich eilte ihm nach. Im gleichen Augenblick legte ein Boot mit zwei Schiffern und einem Reisigen am Ufer an.
„Dietwald, ermanne dich!“ flüsterte der Propst. „Es kommen Leute!“ Er ging dem fremden Kriegsknecht entgegen. „Wen suchst du?“
„Herrn Heinrich von Inzing, den Propst.“
„Wer bist du?“
„Ein Salzburger Fronbot. Die Oberin der Domfrauen schickt Euch diese Botschaft.“ Er reichte dem Propst ein versiegeltes Pergament.
Herr Heinrich las; er erschrak nicht; nur ein Lächeln glitt um seinen Mund. „Du kannst heimkehren!“ sagte er zu dem Boten. „Man soll dir im Kloster den Botenlohn reichen und dich köstigen.“ Der Knecht ging zum Ufer zurück. Herr Heinrich wartete, bis das Boot abgestoßen war, dann wandte er sich zu Desertus. „Willst du lesen, Dietwald? Eine Botschaft von deinem Kind!“
Mit hastigen Händen griff der Chorherr zu und entfaltete das Pergament. Er erblaßte. „Mein Kind? Aus dem Kloster entflohen?“
„Entflohen? Weshalb das hohe Wort?“ meinte Herr Heinrich lächelnd. „Sag lieber: davongelaufen!“
Desertus faßte die Hand des Propstes. „Herr! Ich bitt Euch! Lasset uns gleich zurückkehren! Im Seedorf stehen unsere Pferde. Wir wollen nach Salzburg reiten.“